Familiengruppe: Erlebnistag auf dem Hornberg

Am 14. Juni 2026 trafen sich die jungen Familien mit insgesamt 13 Erwachsenen und 9 Kindern zu einem spannenden Erlebnistag auf dem Flugplatz Hornberg.
Nach der Ankunft am Fluggelände der Fliegergruppe Waldstetten wurden wir vom Vorsitzenden Christoph herzlich und familiär empfangen. Nach einer kurzen Einführung in den Tagesablauf startete ein informativer Rundgang über das gesamte Flugplatzgelände Hornberg.
Für die Kinder hatte Enrique ein Kreuzworträtsel vorbereitet, das während des Rundgangs gelöst werden musste. An verschiedenen Stationen erklärten die Segelflug Piloten Christoph, Stefano, Janis, Patrick und Dominik anschaulich die Grundlagen des Segelflugs. Dabei erfuhren wir Wissenswertes über die verschiedenen Startarten wie den Windenstart und den Flugzeugschlepp, die Entstehung und Wichtigkeit von Thermik, sowie die besonderen Windverhältnisse auf dem Hornberg. Beeindruckend war auch die Tatsache, dass erfahrene Segelflugpiloten bei guten Bedingungen Strecken von 700 Kilometern und mehr an einem Tag zurücklegen können. Zudem erfuhren wir, dass die Ausbildung zum Segelflugpiloten bereits ab einem Alter von 14 Jahren begonnen werden kann.
Zwischen Theorie und Praxis wurden wir von der Fliegergruppe Waldstetten mit leckeren Roten Würsten, Muffins und kühlen Getränken bestens versorgt. Im Anschluss wurde das Kreuzworträtsel gemeinsam aufgelöst. Als besondere Überraschung erhielten alle erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein 50 Zentimeter großes Styropor-Segelflugzeug zum selber fliegen lassen.
Gut gestärkt und voller Begeisterung konnten anschließend die verschiedenen Segelflugzeuge aus nächster Nähe besichtigt werden. Besonders die Kinder hatten große Freude daran, die Cockpits zu erkunden und die zahlreichen Knöpfe und Hebel zu entdecken.
Der geplante Rundflug musste leider aufgrund des starken Windes und der damit verbundenen Sicherheitsvorgaben entfallen. Dies tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Nach fast vier Stunden eines einzigartigen Flugplatzerlebnisses auf dem Hornberg traten wir die Heimfahrt nach Wäschenbeuren an – mit vielen interessanten Eindrücken, neuen Erkenntnissen und schönen Erinnerungen im Gepäck.
Schon heute möchten wir auf das Flugplatzfest der Fliegergruppe Waldstetten am 03. Oktober 2026 hinweisen. Hierzu sind alle Interessierten recht herzlich eingeladen.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Fliegergruppe Waldstetten für die hervorragende Organisation, die Gastfreundschaft und die spannenden Einblicke in die Welt des Segelflugs.
Jannis Gölz

Bilder von Gölz

Wanderwoxhe Toskana (3) – Cinque Terre und Equi Terme

Am fünften Tag unserer Wanderwoche in der Toskana haben wir uns aufgeteilt in zwei Gruppen. Die größere Gruppe besuchte das Weltkulturerbe, gleichzeitig Nationalpark, Cinque Terre am Ligurischen Meer. Cinque Terre (Fünf Gebiete), das sind fünf aneinandergereihte Dörfer an dieser klimabegünstigten Küste, die malerischer kaum sein könnten. Bunte Häuser drängen sich an der Steilküste in enge Täler zwischen Felsen, Weinbergen und Olivenhainen. Man erreicht diese Dörfer entweder über eine Bahnlinie, die von einem Tunnel in den anderen fährt und kurze Blicke dazwischen auf das Meer gestattet. Oder man nimmt die Bootsverbindung von Dorf zu Dorf, die jedoch unseren Leuten verwehrt blieb: zu starker Seegang. Man ist dort gewiss nicht allein unterwegs. Viele, viele Touristen wollen sich die pittoresken Dörfer mit den Häfen und mit Burgen anschauen. Italien hat bereits Maßnahmen ergriffen, den Touristenstrom zu begrenzen. Dazu gehören Verhaltensregeln, die mit Bußen geahndet werden, Gebühren für Wanderwege, Einbahnverkehr auf Wanderwegen zur Hochsaison oder teurere Zugfahrkarten für Nicht-Einheimische im Sommer sowie an Wochenenden. Unsere Leute waren trotzdem begeistert von Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare.

Ein kleinerer Trupp machte an diesem Donnerstag zwei Ausflüge. Die Fahrt nach San Terenzo Monti dauerte nicht lange und wir gelangten in ein altes Bergdörflein. Dort befindet sich das vom italienischen Bildhauer Pietro Cascella (1921–2008) 1997 aus Carrara-Marmor geschaffene Hauptgedenkmonument „Gefallene von San Terenzo“. Es erinnert an die Massaker der deutschen Waffen-SS im Jahr 1944 in diesem Ort und in umliegenden Dörfern. Insgesamt wurden bei den Aktionen der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ zusammen mit den italienischen faschistischen paramilitärischen schwarzen Brigaden über 400 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder zum Teil bestialisch ermordet. Im Gedenken daran haben wir Blumen am Denkmal abgestellt.

Der Zweite Ausflug führte uns nach Equi Terme, einem Kurort mit schwefelhaltigen Quellen. Eine kurze Wanderung führte durch den verschlafenen Ort zu offenen Badetümpeln, wo aufsteigende Blasen die Thermalquelle anzeigen. Das haben wir natürlich für ein erfrischendes, gesundes Bad genutzt.

Inspiriert durch diesen Kurztrip haben wir das Programm des Freitags angepasst und sind von Monzano nach Equi Terme gewandert. Eine wunderschöne Tour am Fuße des Pizzo D’Ucciello, der die Gegend um Gragnola, Monzano und Equi Terme mit seiner markanten Bergform beherrscht. Viel schattenspendender Wald und wieder mal ein herrliches kleines Bergdorf (Aula) begleiteten uns auf der Wanderung. Und erneut wurden die Quelltöpfe zur Erfrischung genutzt.

Den Abschluss unserer Wanderwoche bildete dann der erneute Besuch der örtlichen Pizzeria in Gragnola. Bei Pizza, Salat und Vino ließen wir die Woche Revue passieren und alle waren sich einig: diese Ecke der Toskana ist eine Reise wert. Dankeschön an alle, die dabei waren.

Hans-Jürgen Digel

Bilder von Behrendt und Digel

 

Wanderwoche Toskana (2) – Meer und Berge

Am Dienstagmorgen hingen tiefe Wolken in den Bergen rund um Gragnola. Das veranlasste uns zur einer Programmänderung: statt in die Berge fuhren wir ans Meer bei Porto Venere. Auch dort kann man Höhenmeter machen und das direkt über der Steilküste zum Ligurischen Meer. Wir wanderten 7 km über viele Stufen (250 hm) an der Küste und im Pinienwald, schwitzten in der Sonne, waren dankbar für schattenspendende Bäume und für den kleinen Verkaufsstand mit Espresso, Kaltgetränken und Snacks am Start und am Ende unserer Wanderung. Die meisten zog es dann schnell wieder in unsere Unterkunft (der Pool hatte große Anziehungskraft!), während ein Grüppchen noch das wunderschöne Hafenstädtchen Porto Venere erkundete. Abends wurde selbst gekocht, es gab Spaghetti mit einer Fleischsoße und einer Gemüsesoße plus Vino je nach Gusto.

Mittwochs konnten wir den vorgesehenen Programmpunkt vom Dienstag nachholen. 30 km Anfahrt zum Parcheggio Campocecina (Parkplatz) waren angesichts der Kurverei und den engen Sträßchen schon anstrengend. Zwei entgegenkommende Laster mit riesigen Marmorblöcken als Ladung sorgten für den ersten Schweißausbruch! Und dann ging es wandernd gleich den Berg hoch. Zunächst am Refugio Carrara (Berghütte) vorbei und knapp unter dem Gipfel des Monte Borla (1.476 m) entlang, öffnete sich dann der Blick auf erste Steinbrüche des berühmten Carrara-Marmors. Alles glitzernd weiß und mit einem gewissen Staubmoment im Mund, Sprengungen und Motorengeräusche im Ohr, man kann sich dort dem Marmor nicht entziehen. Unsere Langwanderer nahmen dann noch den eindrucksvollen Monte Sagro in Angriff. Von 1.268 m ging es hinauf zur Spitze auf 1.781 m. Und zur Belohnung riss während des Abstiegs auch noch die Nebelwand auf, so dass die Sicht auf die großen Marmorsteinbrüche offen war. Die anderen hatten sich in der Zwischenzeit im Refugio ein Bierchen und eine Brotzeitplatte gegönnt, war auch schön! Mit einem wahren Grillfest an der Unterkunft ging der Tag würdig zu Ende.

Hans-Jürgen Digel

Bilder von Behrendt und Digel