Wanderwoche Toskana (2) – Meer und Berge

Am Dienstagmorgen hingen tiefe Wolken in den Bergen rund um Gragnola. Das veranlasste uns zur einer Programmänderung: statt in die Berge fuhren wir ans Meer bei Porto Venere. Auch dort kann man Höhenmeter machen und das direkt über der Steilküste zum Ligurischen Meer. Wir wanderten 7 km über viele Stufen (250 hm) an der Küste und im Pinienwald, schwitzten in der Sonne, waren dankbar für schattenspendende Bäume und für den kleinen Verkaufsstand mit Espresso, Kaltgetränken und Snacks am Start und am Ende unserer Wanderung. Die meisten zog es dann schnell wieder in unsere Unterkunft (der Pool hatte große Anziehungskraft!), während ein Grüppchen noch das wunderschöne Hafenstädtchen Porto Venere erkundete. Abends wurde selbst gekocht, es gab Spaghetti mit einer Fleischsoße und einer Gemüsesoße plus Vino je nach Gusto.

Mittwochs konnten wir den vorgesehenen Programmpunkt vom Dienstag nachholen. 30 km Anfahrt zum Parcheggio Campocecina (Parkplatz) waren angesichts der Kurverei und den engen Sträßchen schon anstrengend. Zwei entgegenkommende Laster mit riesigen Marmorblöcken als Ladung sorgten für den ersten Schweißausbruch! Und dann ging es wandernd gleich den Berg hoch. Zunächst am Refugio Carrara (Berghütte) vorbei und knapp unter dem Gipfel des Monte Borla (1.476 m) entlang, öffnete sich dann der Blick auf erste Steinbrüche des berühmten Carrara-Marmors. Alles glitzernd weiß und mit einem gewissen Staubmoment im Mund, Sprengungen und Motorengeräusche im Ohr, man kann sich dort dem Marmor nicht entziehen. Unsere Langwanderer nahmen dann noch den eindrucksvollen Monte Sagro in Angriff. Von 1.268 m ging es hinauf zur Spitze auf 1.781 m. Und zur Belohnung riss während des Abstiegs auch noch die Nebelwand auf, so dass die Sicht auf die großen Marmorsteinbrüche offen war. Die anderen hatten sich in der Zwischenzeit im Refugio ein Bierchen und eine Brotzeitplatte gegönnt, war auch schön! Mit einem wahren Grillfest an der Unterkunft ging der Tag würdig zu Ende.

Hans-Jürgen Digel

Bilder von Behrendt und Digel