Senioren: Nachlese Nordalbrunde bei Deggingen

Ein herbstlich trüber Sonntag. Für den Nachmittag – ausgerechnet in der Zeit der geplanten Wanderung – ist auch noch Regen angekündigt. Eigentlich ein Sonntagnachmittag, an dem man es sich zuhause mal richtig gemütlich machen könnte. Aber da war doch dieser Artikel vom Albverein im Mitteilungsblatt, der eine reizvolle Wanderung auf der Nordalb bei Deggingen ankündigt. Wieder die Zweifel: Ist Deggingen nicht zu weit für eine Nachmittagswanderung?
Am Ende unserer Seniorenwanderung waren sich die Teilnehmer einig. Der Ausflug auf die Nordalb bei Deggingen hat sich gelohnt. Und der eine oder andere hat sich vorgenommen, auf jeden Fall mal wieder diese Runde im Sommer oder bei Schnee im Winter zu machen.
Mit 14 Teilnehmern und 3 Pkw ging die Fahrt in teils strömendem Regen nach Deggingen. Von dort aus schlängelt sich eine ca. fünf km lange schmale Straße vorbei an Pferdekoppeln und am Schafzuchtbetrieb Hertler hinauf zum Wanderparkplatz Nordalb auf 739 m Höhe. Dort angekommen hat der Regen nachgelassen, die anfänglich aufgespannten Schirme konnten wieder weggesteckt werden und die Wanderung verlief im ersten Teil auf schmalen, aber gut begehbaren Waldwegen. Am markanten Aussichtspunkt Nordalbkreuz angekommen, war die Aussicht ins Obere Filstal so beeindruckend, dass der kurzzeitig einsetzende Nieselregen gar nicht wahrgenommen wurde. Dazu beigetragen hat auch vielleicht die obligatorische Runde Hochprozentiges?
Auf dem zweiten Teil der Wanderung konnte man deutlich erkennen, was der „Hutewald“ auf der Nordalb ist. Durch die frühere intensive Beweidung mit Schafen, Ziegen und Rindern ist ein Wald mit alten, hohen Buchen und vielen Grünflächen entstanden, dadurch erscheint der Wald parkähnlich. Heute kann man vor allem in den Sommermonaten dort noch große Schafherden sehen, die zwischen Wacholderbüschen grasen und dafür sorgen, dass es nicht zur Verbuschung kommt und die Albhochfläche eine offene, artenreiche Kulturlandschaft bleibt, Leider haben wir auf unserer Wanderung keine Schafherde angetroffen, dafür war es wohl schon zu kalt.
Zum Abschluss der Wanderung konnte sich jeder im Hasenheim in Deggingen mit einem kühlen Getränk und einem guten Essen „belohnen“. Die Atmosphäre, die zügige Bewirtung und Gastlichkeit in der Gaststätte hat allen besonders gut gefallen.
Résümé: Beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder an der Seniorenwanderung teilnehmen – unabhängig vom Wetter und der Jahreszeit. Das Sofa zuhause ist keine Alternative!
Petra Becker

Bilder von Ginglseder