Tolle Weinprobe mit Weingut Doreas aus Grunbach.
Mit einer Rekordbeteiligung von über 40 Gästen startete die Weinprobe am Freitag, 23.01.26, im katholischen Gemeindehaus. Schön dekorierte Tische luden die angemeldeten Weinliebhaber ein, Platz zu nehmen, nachdem Andreas Ellwanger, der Chef im Weingut, seinen Schillersekt als Entrée ausgeschenkt hatte. Der Schiller hat es Andreas sowieso angetan. Er ist eigentlich der traditionsreichste und ureigenste württembergische Wein. Gemeinsam gekelterte rote und weiße Trauben kennzeichnen die Weine und den daraus auch entstehenden Sekt. Mit dem Dichter Schiller hat der Name nichts zu tun. Andreas Ellwanger bedauert, dass viele Winzer und auch Genossenschaften den Schillerwein eher stiefmütterlich vermarkten, denn er birgt tolles Potenzial. Man kann in Württemberg alle angebauten Rebsorten dafür einsetzen, was ihn sehr variabel macht.
Dann wurde es „musikalisch“! Die Ellwangers verwenden als Bezeichnung für ihre Cuvées gerne Begriffe aus der Musik, die sie sehr lieben. Die „Ballade in weiß“ (trocken) gab den Anfang der zu probierenden Doreas-Weine, die alle nach strengen ECOVIN-Richtlinien ökologisch bewirtschaftet und kontrolliert werden. Dabei helfen auch die sogenannten PIWI-Sorten (pilzwiderstandsfähige Rebsorten), die es erlauben, auf Spritzmittel weitgehend zu verzichten. Die Johanniter-Traube ist eine solche Rebsorte und wurde 1968 in Freiburg gezüchtet. Als zweiter Wein im Glas bestach er durch kräftigen und fruchtigen Geschmack.
Ein Sauvitage, ebenfalls PIWI-Sorte, wurde dann ausgeschenkt. Gezüchtet an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg hat diese Rebsorte eine hohe Widerstandskraft gegen Echten und Falschen Mehltau. Exotisch-frisch kommt er daher bei sehr milder Säure, was ihn für viele bekömmlicher macht.
Mit der „Rosé Ballade“ ging es weiter, ein herrlicher, spritziger und filigraner Sommerwein für den Abend auf der Terrasse. Er wird aus „hell gekelterten“ Trollinger und Spätburgunder Trauben gemacht.
Und schon wurde es dunkelrot im Glas: die „Ballade in rot“ floss hinein, wobei einen die Farbe angesichts der in dieser Cuvée verarbeiteten Rebsorten nicht verwundern wird: Lemberger, Zweigelt, Dornfelder und Spätburgunder sind darin vereint. Weich, fruchtig und trocken, so wird er zum idealen, unkomplizierten Essensbegleiter.
Auf geht`s im Dreivierteltakt bzw. mit dem „Dreivierteltakt“, einer Cuvée aus Lemberger, Zweigelt und Cabernet Cubin. Schon kräftig mit Tanninen gesegnet kann er locker auch sehr aromatische Speisen begleiten.
„Tanzpause“: Wir hatten uns vor dem letzten Wein noch ein Schmankerl ausgedacht, nämlich eine Verlosung. Jeder Gast hatte auf seinem Eintrittsflyer eine Losnummer und Frau Wagner-Ellwanger spielte Glücksfee indem sie eine Losnummer zog. Gewinn war die Magnumflasche „Choral“ von Doreas. Von den beiden Söhnen der Ellwangers Lukas und Simon aus Merlot, Zweigelt und Lemberger komponiert. Barriqueausbau, unfiltriert. Sehr kräftiger, gehaltvoller, nachhaltiger Wein. Der Spitzenrotwein für besondere Anlässe. Er ging an K.B. aus Wb. Herzlichen Glückwunsch!
Als letzten Wein durften wir dann noch den „Berghalde in rot“ probieren. Eine Cuvée aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Cubin, lange Maischegärung, 2,5 Jahre im Barrique gereift, unfiltriert. Sehr kräftiger, würziger Rotwein mit harmonischer Gerbstoffstruktur, passt gut zu einem Rehbraten.
Wir bedanken uns bei Andreas Ellwanger für seine interessanten Ausführungen zu den Weinen, bei den Albvereinshelfern und natürlich bei unseren Gästen, die uns alle begeisterte Rückmeldungen gaben.
Hans-Jürgen Digel
Bilder von Digel



