Englandfahrt zweiter Teil

Weil sie einfach nicht genug kriegen konnten, blieben drei Wanderlustige noch länger in England. Mit dem Zug fuhren wir von unserem ersten Quartier zunächst nach York. Diese immer noch mittelalterlich geprägte Stadt lud ein zur Besichtigung. Münster, Castle, Clifford’s Tower und die alten Gassen mit dutzenden Läden und Pubs sind sehenswert. Am Fluss Ouse konnten wir gemütlich sitzen und den Schwänen, Gänsen und Enten zusehen.

Abends erreichten wir dann unser Ziel Scarborough an der Nordsee. Einst ein vielbesuchtes Seebad verbreitet es heute einen eher morbiden Charme. Die Lage ist herrlich mit zwei riesigen Sandstränden und dazwischen der Burgberg mit dem Castle und dem Hafen am Fuß des Berges. Von hier aus wanderten wir am Mittwoch die Steilküste nach Norden. Hoch über dem Meer weht ständig eine kühlende Brise und nur wenn es mal ein kleines Tal mit Farnwald zu durchschreiten galt, stand auch hier die Hitze und ließ uns schwitzen. Um nicht zu verdursten machten wir einen Abstecher zum Hayburn Wyke Inn, einem tollen Ausflugslokal in der Nähe des Wanderweges Cleveland Way. Gestärkt und erfrischt wanderten wir noch auf der alten Bahntrasse zwischen Scarborough und Whitby, um im nächsten Ort den Bus zurück zum Quartier zu erreichen.

In umgekehrter Reihenfolge fuhren wir donnerstags zunächst mit dem Bus nach Whitby, sahen uns die lebhafte Stadt und die mittelalterliche Klosterruine an und wanderten dann über die Klippen am Meer nach Süden. Atemberaubende Ausblicke und die herrliche Natur begleiteten uns auf dieser Wanderung. Die verdiente Rast machten wir im Hotelrestaurant Victoria mit herrlichem Blick vom Garten über den Hafenort „Robin Hood’s Bay“. Kurz vor der Rückkehr (100m) ins Hotel Bay House in Scarborough ereilte uns dann doch noch ein kurzer, aber heftiger Regenschauer altenglischer Art.

Da es auch am Freitagmorgen noch trübe aussah, entschlossen wir uns, den Burgberg zu erklimmen und das dortige Castle zu besichtigen. Das Hochplateau über der Stadt ist teils noch mit der Ringmauer umgeben, die immer noch beeindruckende Ruine des Bergfrieds beherrscht den Burghof und mehrere Gebäude aus früheren Zeiten können besichtigt werden. Wie wir aus dem Audioguide erfuhren, waren 1914 deutsche Kriegsschiffe vor Scarborough aufgetaucht und hatten Castle und Stadt beschossen. Durch den 14ha großen Peasholm Park wanderten wir zurück ins Stadtzentrum und stärkten uns im „The Lord Rosebury“. Bei Gin Tonic und White Wine ließen wir den letzten Abend in England ausklingen, denn am Samstag ging es mit dem Zug zurück nach Manchester und zum Flug nach Stuttgart. Fazit: England ist durchaus eine Wanderreise wert. Tipps und Adressen gerne von unserer Wonderleaderin Heike.

Bilder von Digel