Familiengruppe: Wanderung auf dem Härtsfeld

Am vergangenen Sonntag, dem 17. September, trafen sich vierzehn Wanderer – dreizehn Erwachsene und ein Kind – auf dem Schulparkplatz zur Ganztageswanderung der Familiengruppe auf dem Härtsfeld. Für alle Regenfälle gewappnet starteten wir kurz vor 10 Uhr in Richtung Neresheim, wo wir nach einer einstündigen Autofahrt beim Benediktinerkloster ankamen. Einstimmig beschlossen wir, an einer Führung durch die Abteikirche teilzunehmen. Zwar mussten wir noch ein halbes Stündchen warten, bis der Gottesdienst aus war, aber diese Wartezeit lohnte sich unbedingt, vor allem, weil wir uns noch von dem überwältigenden Klang der barocken Orgel von Johann Nepomuk Holzhay überzeugen konnten. Danach wechselten wir direkt vom Ohren- zum Augenschmaus, denn unsere Führerin geleitete uns mit schwäbischem Charme durch die Abteikirche. Diese gilt zwar als spätbarocker Sakralbau, doch besticht sie anstelle barocker Überfrachtung durch Weite und Helligkeit. Mit dem Bau der Kirche wurde 1750 begonnen. Die Pläne stammten von Balthasar Neumann, dessen Konterfei in der Prä-Euro-Zeit auf dem 50-Mark-Schein prangte. Auch der Maler Martin Knoller, der die Fresken auf den sieben Kuppeln malte, war in der damaligen Zeit eine Berühmtheit. Die Farben der Fresken haben auch nach 250 Jahren nichts von ihrer Leuchtkraft verloren. Ganz besonders imponierte uns der biblische Himmel, den Knoller in die größte Kuppel malte: Das Fresko wirkt wie ein leicht nach oben gewölbtes Gemälde, obwohl die Kuppel sechzehn Meter hoch ist.

Nach dieser beeindruckenden Führung konnten wir unmöglich sofort zu unserer Wanderung aufbrechen. Wir mussten uns erst einmal stärken und verarbeiten, was wir gerade gesehen und gehört hatten. Dann aber ging es los! Auf dem Alb-Schäfer-Weg wanderten wir auf Naturpfaden durch den Klosterwald nach Katzenstein, wo schon die nächste Sehenswürdigkeit auf uns wartete: Eine der ältesten Burgen Süddeutschlands. Burg Katzenstein ist eine historische, sehr gut erhaltene Stauferburg aus dem 12. Jahrhundert, die mit Ringmauer, Palas und Bergfried stolz auf einem Felsen thront. Wir besichtigten zunächst die Räumlichkeiten wie das Jagdzimmer und den Staufersaal, die alle im Laufe der letzten Jahrzehnte von den immer wieder wechselnden privaten Besitzern saniert worden sind. Im mittelalterlichen Flair des Burghofes, umgeben von den alten Gemäuern, gönnten wir uns anschließend eine Kaffeepause.

Wir verließen Burg Katzenstein und wanderten zum Härtsfeldsee, einem idyllisch gelegenen Badesee, der die Halbzeit unserer Wanderung markierte. Denn nun ging es durch das Egautal wieder zurück nach Neresheim, allerdings entlang eines trockenen Flussbettes, da die Egau gerade kein Wasser führte. Dank eines flott voranschreitenden Damenduos, das unsere Gruppe anführte, schafften wir es, pünktlich um 17 Uhr unsere reservierten Plätze in der Klosterschänke einzunehmen. Bei einem guten Essen ließen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen und freuten uns, dass wir unsere Regenausrüstung überhaupt nicht gebraucht hatten. Wenn Engel wandern …

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Bilder von Digel