Familiengruppe: Wanderung ums Schopflocher Moor

Moorleichen im Schopflocher Moor?

Pünktlich um 11.15 Uhr traf unsere Führerin am letzten Sonntagmorgen vor dem Gasthaus Albengel bei Schopfloch ein und vermittelte uns gleich das notwendige Basiswissen über das Schopflocher Moor, das wir erkunden wollten. Der „Schwäbische Vulkan“ war schuld, dass es hier im Gegensatz zu den allermeisten Flächen auf der Alb eine wasserundurchlässige Schicht gab, auf der das Regenwasser zusammen mit abgestorbenen Pflanzenresten über Jahrtausende hinweg ein Hochmoor bilden konnte. Dieser Vulkan war nicht ein einziger Kegel sondern eine großflächige Erscheinung, aus der immer wieder punktuell Vulkanschlote heraufragten; die wasserspeichernden Hülen in den Albdörfern rühren ebenfalls davon her.

Es war für einen Septembermorgen recht kalt und so waren wir froh, als es endlich los ging ins Moor. Das zugehörige Naturschutzgebiet umfasst nicht nur den Moorkern sondern auch die Wiesen darum herum, damit nicht zuviel Dünger von intensiv bewirtschafteten Flächen eindringt und das Moor eutrophiert (s.u., wir haben es nachgeschlagen, bedeutet nährstoffreich). Moorlandschaft ist nährstoffarm und trotzdem ungemein artenreich. Auf dem vom Schwäbischen Albverein aufgebauten Holzbohlenpfad ging es nun hinein. An der ersten Station zeigte uns die Führerin mit einem Stab, wie tief noch die einst zur Torfgewinnung gezogenen Entwässerungsgräben in den Morrboden hinabreichen. Der Torf wurde als Heizmittel abgebaut und deshalb fehlen dem Schopflocher Moor ca. 4-6m Dicke, um noch als vollständiges Hochmoor zu gelten. Uns reichte aber dieses „degenerierte“ Hochmoor völlig, um die Frage nach den sagenhaften Moorleichen zu stellen. „Leider“ konnte uns keine präsentiert werden, so dass wir selbst immer wieder Ausschau halten mussten.

Nach einer interessanten Stunde verabschiedete sich die Führerin aus dem Schopflocher Naturschutzzentrum und wir machten uns auf die Wanderschaft zum Albtrauf, den wir am Wanderparkplatz Bahnhöfle gegenüber der Burg Reußenstein erreichten. Am Albtrauf entlang öffnet sich der Blick immer wieder auf das Vorland bis hin zum Hohenstaufen. Am Randecker Maar (siehe „Schwäbischer Vulkan“) vorbei erreichten wir wieder das Moor und da mittlerweile die Sonne uns wärmte, konnten wir gänzlich eutrophiert… oder euphratisiert… oder euphorisiert (ein paar Fachbegriffe waren in der Führung gefallen) im Gasthof Albengel einkehren.

PS: Die einzige entdeckte Moorleiche, war eine verendete Kröte.

Hans-Jürgen Digel

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Bilder von Digel